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Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung

Bei der Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie handelt es sich um keine Prüfung im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr um eine Überprüfung. Als Überprüfung wird es bezeichnet, weil jedes Gesundheitsamt die Richtlinien selbst festlegen kann und es keine staatliche Prüfung als solche gibt. Absolviert wird die Prüfung bei dem für den Studenten zuständigen Gesundheitsamt, welches sich nach dem Wohnsitz richtet.

Um Überhaupt an der Überprüfung beim Gesundheitsamt teilnehmen zu können, welche einmal im Frühjahr und einmal im Herbst stattfindet, muss der Student folgende Voraussetzungen erfüllen, die vom Gesetzgeber gefordert werden:

-    Das Mindestalter liegt bei 25 Jahren
-    Es muss ein Wohnsitz in Deutschland geboten sein oder aber einen EU-Bürgerschaft oder eine Aufenthaltsgenehmigung bestehen
-    Der Schulabschluss muss nachgewiesen werden (mindestens muss es sich dabei um einen Hauptschulabschluss handeln)
-    Durch ein ärztliches Attest muss die gesundheitliche Eignung bescheinigt werden
-    Das polizeiliche Führungszeugnis ist vorzulegen
-    Ein Lebenslauf muss vorhanden sein
-    Zeugnisse müssen eingereicht werden

Die Prüfung an sich unterteilt sich in einen schriftlichen und in einen mündlichen Teil. Zwar hat jedes Gesundheitsamt selbst die Entscheidung über die zu stellenden Fragen, um eine einfachere Lösung zu finden, sehen die Aufgaben im schriftlichen Bereich jedoch weitgehend identisch aus. Der Schüler erhält insgesamt 28 Fragen, von denen er mindestens 21 bestehen muss. Die Dauer für diese Prüfung beträgt 55 Minuten. Nur hierdurch wird er die Prüfung bestehen. Die Fragen beziehen sich dabei auf die psychologischen, psychiatrischen und neurologischen Krankheitsbilder, sowie auf die Diagnostik und Differenzialdiagnostik. Ein psychischer Befund muss erhoben werden. Weiterhin wird nach der Pharmakologie gefragt.

Entsprechende Fragen könnten beispielsweise sein:

-    Worin liegt der Unterschied zwischen Neurose und Psychose?
-    Was versteht man unter einer Persönlichkeitsstörung?
-    Die psychischen Störungen lassen sich in drei Gruppen einteilen. Welche sind das?

Um sich auf diesen Teil der Prüfung entsprechend vorzubereiten, hat der Student die Möglichkeit, an einem entsprechenden Vorbereitungskurs teilzunehmen, der an vielen Schulen oder auch per Fernunterricht geboten wird. Hier erhöhen sich die Chancen deutlich, die Prüfung bestehen zu können.

Im Zeitraum von zwei bis acht Wochen nach der schriftlichen Prüfung erfolgt der mündliche Teil. In diesem müssen Fallbeispiele gegeben und erläutert werden. Hieran werden die Prüfer erkennen, ob die wichtigsten Krankheitsbilder erkannt werden können.

Erst danach entscheidet sich, ob der Student die Prüfung bestanden hat oder nicht. Wissenswert ist sicherlich, dass eine gesetzliche Regelung besteht, nach der es möglich ist, die Prüfung so oft wie nötig wiederholt werden kann. Ist ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht worden, ist eine erneute Wiederholung nicht notwendig.

Für die Prüfung an sich fallen natürlich Gebühren an, die sich derzeit auf etwa 500 Euro belaufen. Diese muss der Student selber direkt an das Gesundheitsamt bezahlen.

Nach erfolgreich abgelegter Prüfung erhält der Student ein Zertifikat, welches den Abschluss „Erlaubnis der Ausübung der Heilkunde, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“ trägt. Mit diesem ist es nun sogar möglich, eine eigene Praxis zu eröffnen. Jedoch ist auch eine Anstellung in einer anderen Praxis denkbar. Viele Absolventen wählen zunächst diesen Weg, bevor sie sich für eine eigene Praxis entscheiden.
 

Gespeichert von admin am/um 24.02.2012